Reifen Rückverfolgbarkeit & Connected Tires

Vom DOT Wochencode zum Internet der Dinge

Reifen haben wesentlichen Einfluss auf die Performance und Sicherheit unserer Fahrzeuge. Und Reifen werden zu den wenigen verbleibenden Verschleissteilen in einem Elektrofahrzeug gehören. Entsprechend sind Reifen eigentlich ideal geeignet für die Vernetzung im „Internet der Dinge“: Daten von Reifensensoren können verwendet werden um Reifendruck, Haftung oder Schlupf, die verbleibende Profiltiefe oder sogar Informationen über den Straßenzustand abzuleiten. Ein Quantensprung für die Produktionssteuerung, Fahrzeugsicherheit, das Fahrverhalten und die Wartungsfreundlichkeit des Reifens scheint möglich, wenn leistungsfähige MEMS Sensoren eine Vielzahl an Reifendaten über RFID Signale liefern können.

Trotz der hohen Erwartungen und obwohl immer wieder angekündigt, hat sich diese Vision technologisch jedoch bisher nicht auf dem Markt durchgesetzt und die überwiegende Mehrheit von Reifen bleibt bis heute offline und anonym:

Bis heute hat die Reifenindustrie mit ihren OEM Kunden und den Rad-Reifen Montagedienstleistern keinen Industriestandard geschaffen, der einen intelligenten Reifen über RFID-Signale mit der Fabrik oder dem Fahrzeug verbinden würde. Und noch schlimmer: der seit 1971 eingesetzte und auf der Seitenwand geprägte DOT Wochencode bleibt die einzige weltweit standardisierte Methode der Rückverfolgung von Reifen.

In anderen Worten: während die Digitalisierung im Fahrzeugbau weiter voranschreitet, haben moderne PKW-Reifen bis heute nicht einmal eine individuelle und dauerhafte Seriennummer, geschweige denn Konnektivität: Die teilweise in den Fabriken genutzten Barcodelabels sind nach der Montage unter der Felge des Reifens versteckt und nicht robust genug, um die Lebensdauer des Reifens zu überstehen. Die vor kurzem in der EU eingeführten Reifenlabels auf der Lauffläche sind nur bis zum ersten Gebrauch geeignet und eine breite Adaption von RFID ist bisher aus verschiedenen Gründen gescheitert, darunter die hohen Kosten pro Reifen, erhebliche Probleme bei der Definition eines Industrie-Standards, einer schwierigen Patentlandschaft und in vielen Fällen vielleicht auch zu ambitionierter Ziele. 

Autonomes Fahren und effizientes Reifenmanagement

Gleichzeitig erfordern die Megatrends der Automobilindustrie wie autonomes Fahren, Elektrofahrzeuge und die Sharing Economy eine "Know your tire"-Funktion für moderne Autos. Viele Reifeneigenschaften lassen sich bereits sehr einfach aus Reifentyp und Reifenalter oder besser aus der individuellen Reifenhistorie ableiten, ohne den Reifen mit ausgeklügelter und teurer Sensortechnik auszustatten. Entsprechend werden Fahrleistungsdaten, die auf der individuellen Reifenhistorie basieren, gesammelt und ermöglichen die Anpassung von Fahrassistenzsystemen und Fahrwerksparametern an den individuell montierten Reifen. 

Immer mehr und größere Fahrzeugflotten nicht nur im Nutzfahrzeugsektor verlangen nach einem professionellen Reifenmanagement mit der Schlüsselfunktion, den einzelnen Reifen identifizieren zu können und damit eine vorbeugende Wartung zu ermöglichen. 

Und die Reifenhersteller haben diese Trends identifiziert, die in den kommenden Jahren im Mittelpunkt ihrer Marktstrategie stehen werden. Nachgeschaltete Integration von Reifenservices wie "Tire-as-a-Service“- Modelle zur Stärkung der Kundenbindung, Verbesserung der Reifenleistung und Erhöhung der Wertschöpfung stehen bei allen großen Reifenherstellern auf der Tagesordnung. 

Sofortiger Zugang zum Internet der Reifen

Aus diesem Grund basieren heute mehr als 90% der weltweit vernetzten Pkw-Reifen auf der 4JET SCANNECT-Technologie. Die robuste und sehr kostengünstige Lösung, die einfach bei jedem vorhandenen Reifen eingeführt werden kann, ermöglicht einen sofortigen Zugang zum Internet der Reifen. Die SCANNECT-Lasermarkierung von maschinenlesbaren 2D-Codes kann durch die Gravur von menschenlesbaren Seriennummern ergänzt werden, was sie zum idealen Medium macht, um direkt mit dem Endkunden oder über seine bevorzugte Schnittstelle, das Smartphone, zu interagieren. 

Darüber hinaus kann die Technologie zur Gravur von Produktionswochen-Codes (DOT week codes) verwendet werden, um den manuellen, kostspieligen, fehleranfälligen und sicherheitskritischen Prozess des Austauschs von Formeneinsätzen zu umgehen.

Neuer Level der Flexibilität

Mit den von OEMs geforderten 2D-matrixcodierten Reifen wird die Laser-Reifenmarkierung zu einem Standardverfahren in der Reifenproduktion. Aus Kostensicht begünstigt das Verfahrens Multi-Marking-Strategien mit sehr niedrigen Grenzkosten für weitere Markierungen. Maschinen- oder menschenlesbare Informationen zur Rückverfolgung können mit anderen Markierungen kombiniert werden, was zu einer erheblichen Reduzierung der Lagerbestände der Reifenhersteller führt und ein neues Maß an Flexibilität in der Reifenproduktion bietet.

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